Joomla! richtig updaten - Backups, Updates, Overrides
In den letzten Jahren ist es schon einige Male passiert: Ich bekomme einen Anruf und man erklärt mir mit zitternder Stimme, das die Website offline ist. Joomla! funktioniert nicht mehr. "Ist meine Homepage gehackt worden?" Weit gefehlt. Der Grund: Ein fehlgeschlagenes Update. Ein Update hört sich simpel an. Ist es auch, wenn man sich an die Spielregeln hält. Doch wehe dem, der z. B. eine Update-Komponente dritter verwendet und - ohne vorher ein Backup zu machen - ein bestehendes, stabiles System auf eine Alpha-Version aktualisiert.

Doch wie aktualisiere ich Joomla! richtig? Dafür gibt es eigentlich nur den einen, konventionellen Weg. Man kopiert per FTP alle Daten von Joomla! lokal auf die Festplatte und macht mit Hilfe von phpMyAdmin einen Dump der MySQL-Datenbank. Somit hat man ein Backup des kompletten Systems. Danach spielt man das Update-Paket per FTP ein. Fertig. Faulenzer können für das Backup auch die Komponente AkeebaBackup (ehemals Joomla!Pack) verwenden. Diese Komponente hat sich in der Praxis mehr als bewehrt.
Wichtig: Templates, die mit Overrides ausgestattet sind, müssen auch aktualisiert werden. Dafür gibt es leider meistens kein Update-Paket und so bleibt nur der manuelle Abgleich zwischen den Original- und den Override-Dateien. (Dank an Brian Teeman; in Anlehnung an den Artikel "Automatic Joomla! updates").
Der konventionelle Weg
Hat man erfahren das ein Update vorliegt, kann man unter Joomla.de das aktuelle Update-Paket herunterladen. Alternativ kann man sich auch auf Joomla.org das Update-Paket besorgen. Das Update kommt als ZIP-Paket daher und sieht nach dem entpacken ungefähr so aus:
Die Update-Dateien von Joomla!.
Jetzt nimmt man ein FTP-Programm seiner Wahl und öffnet seine Seite. Man wechsle in das Root-Verzeichnis des CMS, das ca. so aussieht:

Die Dateistruktur eines Joomla!-Systems.
Das Backup
Markiere alle Dateien und lade sich auf die lokale Festplatte herunter. Somit wären die Datein schon mal gesichert. Danach gehst Du per phpMyAdmin auf die Datenbank von Joomla! und erstellst einen Dump (Backup). Wähle die Datenbank aus und gehe aus „Exportieren“.
Um einen SQL-Dump zu erstellen, drücke auf Exportieren.
Wähle Zip-komprimiert aus und klicke auf OK.
Es wird nun ein ZIP-Paket geschnürt und zum Download bereitgestellt. Speicher es auf der lokalen Festplatte ab. Das Backup wäre somit komplett. Faule Administratoren können ein komplettes Backup der Seite - Dateien inkl. Datenbank - auch mit der Komponente AkeebaBackup (ehemals Joomla!Pack) erledigen.
Das Update
Jetzt lädt man die lokalen Update-Dateien auf seinen Webspace.
Wichtig: Bestehende Dateien sollen dabei überschrieben werden, Ordner aber nicht ersetzt.
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Die Update-Dateien (links) überschreiben die Joomla!-Dateien (rechts), ohne die Ordner zu ersetzen.
Die Overrides
Jetzt kommt der schwierige Teil. Schaue im Verzeichnis des eingesetzten Templates nach, ob ein Ordner namens "html" vorliegt. In diesem Ordner liegen die Overrides. Die Overrides werden dazu verwendet die Ausgabe von Erweiterungen zu steuern. Will ein Webdesigner z. B. die Anzeige eines Artikels von der Struktur her ändern, also den HTML-Quelltext umschreiben, kann er eine gleichnamige Datei in dem Ordner "html" anlegen. In dieser Datei steckt dann das neue HTML-Gerüst des Artikels. Verantwortlich für die Artikel unter Joomla! ist die interne Komponente com_content. Jetzt kann es sein, daß diese Komponente beim Update betroffen ist. Exisitiert nun ein Override dazu im Template, muss die Datei manuell abgeglichen werden.
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Das Template (links) besitzt ein Override der Komponente com_content (rechts).
Hier gilt es, die Quelltexte beider Dateien miteinander zu synchronisieren. Das ist mühselig und kann meistens nur vom Template-Hersteller selbst geleistet werden. Aber vielleicht hat dieser auch die Overrides eines Standard-Templates (Beez, JA_Purity, rhuk_milkyway) verwendet, dann kann man ebenfalls mit den Update-Dateien das eigene Template aktualisieren und man ist auf der sicheren Seite, denn Sicherheit geht vor.


Kommentare (1)
Ralf-Peter Kleinert